Thema Arzneimittelfälschungen

Gefälschte Arzneimittel stellen eine massive Bedrohung der Patienten dar. Sie enthalten keinen Wirkstoff, zu viel oder zu wenig des Wirkstoffs und in einigen Fällen enthalten sie sogar giftige Substanzen oder sind total verunreinigt. In Europa kommen gefälschte Arzneimittel selten vor, üblicherweise werden sie über illegale Seiten im Internet angeboten.

Woran erkennt man illegale Anbieter und was wird unternommen, um die Verbreitung gefälschter Arzneimittel zu verhindern?

Der Europäische Verband der Versandapotheken engagiert sich sowohl auf nationaler wie auch auf europäischer und globaler Ebene im Kampf gegen gefälschte Arzneimittel und illegale Internetangebote. Gefälschte Arzneimittel werden üblicherweise nicht von einzelnen Tätern hergestellt und vertrieben. Hinter dem Geschäft mit gefälschten Pillen stehen international agierende Gruppen der organisierten Kriminalität. Deshalb hilft im Kampf dagegen auch nur ein global organisiertes Netzwerk.

Woran erkenne ich eine legale Versandapotheke?

Legale Versandapotheken werden niemals rezeptpflichtige Arzneimittel ohne Vorlage eines gültigen Rezepts abgeben. Außerdem verfügen legale Anbieter über ein Impressum, in dem der Name des verantwortlichen Apothekers aufgeführt ist, die kontrollierende und die Apotheke zulassende Aufsichtsbehörde mit Adresse und natürlich die Adresse, an der die Apotheke ihren Sitz hat. Legale Anbieter sind auch immer über eine Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse zu erreichen. Fehlen diese Angaben oder gibt der Anbieter rezeptpflichtige Produkte ohne Rezept ab, kann man als Verbraucher davon ausgehen, dass es sich um einen illegalen Anbieter handelt, bei dem man auf keinen Fall einkaufen sollte.

Common Logo

Seit 1.7.2015 kann man eine legale Versandapotheke auch am sogenannten Common Logo der EU erkennen. Im Rahmen der europäischen Gesetzgebung sind die Aufsichtsbehörden eines Mitgliedsstaates verpflichtet eine Datenbank zu führen, in der die legalen Versandapotheken des jeweiligen Landes verzeichnet sind. Klickt man auf das Logo wird eine Verbindung zur Datenbank aufgebaut und es werden alle relevanten Daten der Versandapotheke aufgelistet. Leider hat die EU keine verbindlichen Vorgaben für die technische Ausgestaltung dieser Datenverbindung gemacht. ASOP EU hat deshalb ein eigenes Papier dazu entwickelt, das entsprechende Hinweise zur sicheren Ausgestaltung des Common Logos enthält.

Eine weitere Maßnahme der europäischen Kommission ist die Verabschiedung der Fälschungsrichtlinie (Link zum Dokument: ec.europa.eu/health/files/eudralex/vol-1/dir_2011_62/dir_2011_62_de.pdf ).

Diese beinhaltet 3 wesentliche Kriterien:

  1. Das Common Logo
  2. Die eindeutige Identifizierung einer Arzneimittelpackung
  3. Patienteninformationen

Fälschungsschutz für Arzneimittelpackungen
Um jede einzelne Packung sicher zu machen, wird zukünftig auf jede Schachtel ein 2D-Barcode aufgebracht, der unter anderem eine eineindeutige Nummer beinhaltet. Diese Nummer wird in einer Datenbank gespeichert. Scannt der abgebende Apotheker die Packung bei Abgabe an den Kunden wird automatisch überprüft, ob diese Nummer in der Datenbank vorhanden ist und wenn ja, als abgegeben gekennzeichnet. Wird die gleiche Nummer ein zweites Mal eingescannt, wird ein Warnhinweis ausgegeben, da mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass mit diesem Arzneimittel etwas nicht in Ordnung ist.

Informationskampagnen
Aufgabe der Mitgliedsstaaten ist es auch, die Verbraucher über die Gefahren, die von Arzneimittelfälschungen ausgehen, aufzuklären. Außerdem sollen die Verbraucher auch auf die Schutzmechanismen, wie das Common Logo und den 2D-Barcode auf den Packungen aufmerksam gemacht werden.

ASOP/ASOP EU
Das Internet ist auch bei Arzneimittelbestellungen zu einem wichtigen Vertriebskanal geworden. Bei legalen Anbietern einzukaufen ist sicher und bequem. Die Zahl der Patienten, die ihre Arzneimittel im Internet kaufen steigt deshalb kontinuierlich an. Um dies auch in Zukunft sicher zu ermöglichen, haben sich viele Firmen und Organisationen in einer Non Governmental Organisation (NGO) namens ASOP zusammengeschlossen. ASOP ist eine globale Initiative, die ihren Ursprung in USA hat. Der europäische Ableger ASOP EU hat seinen Sitz in England und der europäische Verband der Versandapotheken unterstützt deren Arbeit maßgeblich. Klaus Gritschneder, Vorstandsmitglied im EAMSP, repräsentiert den Verband als Director in ASOP EU. ASOP Asia ist derzeit im Aufbau. Arzneimittelfälscher agieren global, deshalb ist es notwendig global im Kampf gegen illegale Anbieter zusammenzuarbeiten. Mehr Informationen finden sich unter http://safeonlinerx.com/ und http://asop.eu/.

.pharmacy
Einen 100% sicheren Kopierschutz gibt es im Internet nicht. Mit entsprechendem Aufwand kann auch ein Sicherheitslogo gefälscht werden. Deshalb hat man sich entschlossen die Top Level Domain .pharmacy für legale Vesandapotheken weltweit einzuführen. Eigentümer der Domain ist die National Assocoation of Boards of Pharmacy (NABP). Mittels eines aufwändigen Verfahrens wird überprüft, ob eine sich bewerbende Apotheke alle Kriterien für eine legale Versandapotheke erfüllt. Erst dann bekommt sie die Domain zugeteilt. Die Vergabe wird jährlich überprüft. Mehr Informationen dazu finden sich unter http://www.safe.pharmacy/