Arzneimittelsicherheit

Eine Arzneimitteltherapie kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Sicherheit der Medikamente gewährleistet ist. Daher gibt es eine ganze Reihe von Maßnahmen zur laufenden und systematischen Überwachung von Arzneimitteln mit dem Ziel der Risikominimierung, um Arzneimittel sicher zu machen. Die Maßnahmen reichen von Sicherheitsstandards für die Produktion und den Transport von Arzneimitteln über die korrekte Abgabe der Medikamente an den Endverbraucher und der so weit wie möglichen Sicherstellung der richtigen Einnahme durch den Patienten gemäß ärztlicher Vorgaben bis hin zur Rücknahme von Arzneimitteln im Fall eines Rückrufs durch den Hersteller oder die Behörden. Viele dieser Bereiche sind durch europäische und nationale Gesetze und Normen geregelt, so dass Patienten in Europa sicher sein können, qualitativ hochwertige Arzneimittel zu erhalten.

Damit Patienten sichere Versandapotheken erkennen können, führte die Europäische Union am 1. Juli 2015 für alle Versandapotheken verpflichtend das grüne EU-Sicherheitslogo ein. Es kennzeichnet sichere Versandapotheken und sorgt so für mehr Verbraucherschutz. Das Logo ist mit der jeweiligen Landesflagge der Versandapotheke versehen und gewährleistet durch seine Einheitlichkeit EU-weit ein Höchstmaß an Transparenz und Sicherheit im Arzneimittelversand. Bei einem Klick auf das Logo wird man auf die Seite der jeweils für die Versandapotheke zuständigen nationalen Behörde weitergeleitet, auf der Details zur Zulassung der Apotheke zu finden sind.

Apotheken obliegt als Schnittstelle zum Patienten eine besondere Verantwortung zur Sicherstellung der Arzneimittelsicherheit: die pharmazeutische Beratung der Patienten. Versandapotheken führen bei jeder Bestellung eine standardisierte systematische Überprüfung der Arzneimitteltherapie auf Doppelverordnungen und Wechselwirkungen durch. Diese bezieht die individuelle Medikation des Kunden über einen Zeitraum von mehreren Wochen ein – sowohl ärztliche Verschreibungen als auch OTC-Käufe werden berücksichtigt. Dadurch können Versandapotheken ihren Kunden spezielle Services zur Arzneimitteltherapiesicherheit bieten, Patienten individuell betreuen und mit zusätzlichen Informationen versorgen. Bei Unstimmigkeiten in der Medikation wird der Patient und, wenn nötig, der behandelnde Arzt informiert. Durch individuelle und umfassende Medikationsdaten sind Versandapotheken bei Rückrufen von Arzneimitteln schnell in der Lage, betroffene Patienten zu identifizieren und zu benachrichtigen. Zahlreiche EU-Mitgliedsstaaten verfügen bereits über Datenbanken, in denen zentrale Patientenakten gespeichert werden. Ärzte, Apotheker oder auch der Patient selbst können darin alle verordneten und erworbenen Medikamente eintragen. Das stellt ein deutliches Plus an Sicherheit dar, auch im Fall eines Arzneimittelrückrufs.

Zukünftig sorgt ein spezieller Barcode auf den Arzneimittelverpackungen für mehr Schutz vor gefälschten Arzneimitteln. Er beinhaltet eine Nummer, die nur für die jeweilige Packung gültig ist. Der Apotheker kann vor der Abgabe des Arzneimittels durch das Einscannen des Barcodes feststellen, ob das Arzneimittel gefälscht wurde oder aber zu einer Charge gehört, die vom Hersteller oder den Behörden zurückgerufen wurde. Die gesetzliche Grundlage wird auf europäischer Ebene voraussichtlich Anfang 2016 geschaffen. Die neue Kennzeichnung muss dann innerhalb von drei Jahren in allen 28 Mitgliedsstaaten eingeführt werden.