Positionen

Der Versandhandel mit Arzneimitteln hat sich seit seiner Einführung um die Jahrtausendwende in Europa als fester Bestandteil der Arzneimittelversorgung etabliert. Mittlerweile werden europaweit Millionen von Kunden täglich zuverlässig mit ihren Arzneimitteln versorgt und pharmazeutisch beraten. Der Verband hat zu aktuellen Themen des Versandhandels eigene Positionen entwickelt.

Pharmazeutische Beratung
Arzneimittel sind besondere Güter. Deswegen legen die Verbandsmitglieder großen Wert auf beste Qualität und hohe Standards. Dazu gehört zum Beispiel eine umfassende patientenindividuelle Beratung. Serviceorientiert und mit hoher pharmazeutischer Kompetenz, die durch umfangreiche Schulungen stets auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft ist, beantworten Pharmazeuten täglich tausende von Anfragen . Sie beraten Menschen intensiv, persönlich und diskret. Außerdem haben Versandapotheken, aufgrund der von ihnen erstellten individuellen Patientenakten den Vorteil, dass sie zu jeder Zeit in der Lage sind, standardisiert Wechselwirkungen oder Doppelverordnungen zu identifizieren. Dies umfasst sowohl Bestellungen von rezeptpflichtigen Medikamenten als auch Präparate zur Selbstmedikation. Moderne Kommunikationsformen werden genutzt, um die Beratung ständig weiter zu verbessern. Schon lange fordert der Verband eine zentrale Medikationsdatei, auf die sowohl Ärzte, als auch Apotheker Zugriff haben. Diese ist noch längst nicht in allen Mitgliedsstaaten der EU verfügbar.

Versorgungssicherheit

eCommerce gehört heute zum alltäglichen Leben. Mit der Zunahme des eCommerce verbesserten auch die Logistiker, wichtiger Teil der Lieferkette, stetig ihr Angebot. Heute ist es Standard, dass eine Bestellung die bis mittags eingegangen ist, am kommenden Werktag beim Kunden ankommt. Spezialversender für kühlpflichtige Produkte sorgen dafür, dass kein Arzneimittel auf dem Weg zum Patienten Schaden nimmt. Zwischenzeitlich arbeiten erste Anbieter daran eine Bestellung noch am gleichen Tag auszuliefern. Aber nicht nur die Geschwindigkeit ist ein Kriterium. Versandapotheken liefern auch an jeden Ort, egal wie einsam er sein mag. Damit tragen sie wesentlich zur Versorgungssicherheit in jenen Regionen bei, in denen die stationären Angebote immer weiter ausgedünnt werden.

Arzneimittelsicherheit

Wenn Arzneimittel vom Markt genommen werden müssen, ist es wichtig, die betroffenen Kunden so schnell wie möglich zu informieren, um Risiken für die Gesundheit zu vermeiden. Bei einem Arzneimittelrückruf sind Versandapotheken gegenüber den Apotheken vor Ort im Vorteil. Denn Dank elektronischer Patientenakten sind die Nutzer des entsprechenden Medikaments schnell und einfach ausfindig zu machen und können unmittelbar informiert werden.
Alle Mitglieder des europäischen Verbands der Versandapotheken verfügen über eine Betriebserlaubnis und eine Versandhandelslizenz ihres Heimatlandes. Sie unterliegen dabei denselben strengen Regelungen des jeweiligen Apothekengesetzes wie jede Vor-Ort-Apotheke. Verbraucher können zusätzlich über das einheitliche europäische Versandhandelslogo, das sichere Versandapotheken kennzeichnet, die Eintragung der einzelnen Versandapotheken in den nationalen Registern überprüfen. Der europäische Verband der Versandapotheken arbeitet sowohl auf nationaler, europäischer wie internationaler Ebene in zahlreichen Gremien mit, um illegale Anbieter zu bekämpfen. Der Schutz des Patienten steht dabei an erster Stelle.

eHealth

In der ganzen Welt entstehen neuartige eHealth-Lösungen. Diese stärken die Eigenverantwortung von Patienten, generieren Effizienzgewinne für Gesundheitssysteme und können dabei helfen, das 21. Jahrhundert mit all seinen Herausforderung einer älter werdenden Gesellschaft zu meistern. Ein qualitativ hochwertiges Versorgungssystem braucht dabei den schnellen Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Innovationen. Im Rahmen der zügig fortschreitenden Digitalisierung der Industrie und der Gesellschaft spielt die Vernetzung und Integration von gesundheitsrelevanten Daten im Gesundheitssystem zukünftig die zentrale Rolle. Vor allem die moderne Informationstechnologie reduziert den bürokratischen Aufwand im Gesundheitsbereich und stärkt so die Qualität der Leistungen. Hinzu kommt, dass neue personalisierte Produkte und Dienstleistungen die medizinische Versorgung verändern werden. Die aktive Mitgestaltung des digitalen Wandels sowie die Teilhabe der Gesellschaft am Nutzen von eHealth-Angeboten sind dabei erfolgskritische Faktoren für die Akteure im Gesundheitswesen. Der Patient wird zukünftig eine höhere Eigenverantwortung für seine Gesundheit übernehmen müssen. Denn er ist Eigentümer seiner Daten und kann immer und überall Zugriff auf seine Daten gewähren, sofern er dies wünscht. Eine zentrale Patientenakte und eine zentrale Medikationsliste sind dabei Grundpfeiler eines modernen Gesundheitssystems. Ein elektronisches Rezept hilft nicht nur Fehler zu verhindern, es beschleunigt auch die Versorgung des Patienten mit den für ihn wichtigen Arzneimitteln. In vielen Mitgliedsstaaten ist eHealth bereits selbstverständlicher Teil des Gesundheitssystems, andere stehen erst am Anfang der Entwicklung. Der europäische Verband der Versandapotheken unterstützt die Einführung von eHealth und arbeitet aktiv in der European Health Telematics Association (www.ehtel.eu) mit.